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Erkläre deinem Kind, welche Konsequenzen ein exzessives Mediennutzungsverhalten mit sich bringen kann. Stellt dafür gemeinsam entsprechend präventive Regeln auf. Achte dabei darauf, dass genügend Zeit für Dinge bleibt, die außerhalb des Bildschirms und des digitalen Raums stattfinden.

Wenn du das Gefühl hast, dass dein Kind zu viel Zeit im Internet verbringt, kannst du auf folgende Punkte achten:

  • Hinterfrage zunächst deinen eigenenInternetkonsum kritisch. Du zählst nämlich als Elternteil zu den wichtigsten Vorbildern für dein Kind. Wie viel Zeit verbringst du mit den Geräten, bist du manchmal auch durch ein Gerät abgelenkt, während du eigentlich Zeit mit deinem Kind verbringst?
  • Wie im nicht digitalen Raum, benötigt auch der Umgang mit den digitalen Medien Regeln. Tausche dich mit deinem Kind darüber aus, wo seine Interessen und Gewohnheiten im digitalen Raum liegen. Vermutlich macht dein Kind viel im Internet, was du früher analog gemacht hast und auch gar nicht anders möglich war. So kannst du Verständnis für deinKind und seine Mediennutzung entwickeln.
  • Anschließend gilt es, gemeinsamRegeln aufzustellen. So lernt dein Kind, Verantwortung für sein Handeln und für die Zeitplanung zu übernehmen, und weiß, was erlaubt ist und was nicht. Ihr könnt euch also auf bestimmte Inhalte, Nutzungszeiten, Geräte und mögliche Ausnahmen einigen. Wie so ein Mediennutzungsvertrag aussehen kann, siehst du am Beispiel des Mediennutzungsvertrags unter www.mediennutzungsvertrag.de. Hier kannst du mit deinem Kind einen eigenen Vertrag zusammenstellen.
  • Als Ergänzung zu klaren Regeln können Mediengutscheinehelfen. Sie sind eine gute Möglichkeit, um besonders jüngeren Kindern ein Gefühl für die mit Medien verbrachte Zeit zu geben. Mediengutscheine unterstützen aber auch dabei, Abmachungen einzuhalten, und können deinem Kind helfen, sich die „erlaubte“ Zeit eigenständig passend einzuteilen.
  • Motiviere und bestärke dein Kind zu und in Offline-Aktivitäten. So kann dein Kind wieder Freude jenseits des Bildschirms finden. Zum Beispiel durch Sport in einem Verein, ein Treffenmit Freunden oder Familienaktivitäten.
  • Damit dein Kind versteht, dass du ihm stets eine Ansprechperson für Probleme oder Konflikte im digitalen Raum bist, zeige ihm gegenüber Verständnis. Kinder und Jugendliche verbringen – ebenso wie Erwachsene – heutzutage sehr viel Zeit im Internet. Viele alltägliche Dinge verlagernsich immer mehr ins Internet. Kinder und Jugendliche bereiten Projekte für die Schule vor, chatten, spielen und schauen sich Videos an.

Wichtig ist, dass vereinbarte Regeln eingehalten werden. Dennoch solltest du auch Verständnis dafür zeigen, wenn dein Kind das Internet ab und zu mal länger nutzt – zum Beispiel an Regentagen, an denen man draußen nicht viel unternehmen kann. Es hilft auch, sich an die eigene Kindheit oder Jugend zu erinnern: in der Jugend probiert man sich aus.

Dieses Testen eigener Handlungen findet in der heutigen Zeit zunehmend auch im digitalen Raum statt. Hierfür können sich du und dein Kind auf entsprechende Ausnahmeregelungen einigen, die das Alter und den individuellen Lernfortschritt deines Kindes im Umgang mit digitalen Medien berücksichtigen.

Weitere Infos:


Was ist ein Mediennutzungsvertrag?

Ein Mediennutzungsvertrag regelt die Nutzung digitaler Geräte und Medien zwischen Kindern und ihren Eltern. Diese Regeln sollten sich nach deinem Kind richten, abhängig davon, wie sicher und verantwortungsvoll dein Kind im Umgang mit solchen Medien und Geräten ist. Aber auch persönliche Nutzungsgewohnheiten und Hobbys können eine Rolle spielen. Auch kann es sinnvoll sein, keine Smartphone- sondern eher Bildschirmzeiten festzulegen – womit andere digitale Geräte einbezogen werden. Auf www.mediennutzungsvertrag.de könnt ihr direkt mit dem Anfertigen eines Vertrags anfangen.

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