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Einen vollständigen Schutz vor Cybergrooming gibt es für Kinder und Jugendliche nicht. Aber mit ein paar Grundsätzen kannst du Kinder befähigen, mit unangemessenen Situationen umzugehen.

Wenn dein Kind noch jünger ist, kannst du versuchen, es vor dem Kontakt mit Fremden zu schützen, und Maßnahmen treffen, um es von unangenehmen Inhalten fernzuhalten. Dazu kannst du zum Beispiel zunächst die Nutzung von sozialen Netzwerken und Chats in Videospielen verbieten. Außerdem kannst du Jugendschutzfilter nutzen. Aber wenn dein Kind älter wird, reichen diese Schutzmaßnahmen nicht aus. Es ist stattdessen wichtig, dass dein Kind immer mehr lernt, selbstständig im Internet zu surfen und dort auch mit unangenehmen Situationen umzugehen. Wichtig ist, dass du mit deinem Kind über die Nutzung von Online-Angeboten im Gespräch bleibst und ihr die ersten Schritte in der digitalen Welt gemeinsam geht. Stelle außerdem sicher, dass dein Kind dich als vertrauensvolle Ansprechperson für unangenehme Situationen wahrnimmt und biete aktiv Gespräche dazu an.

Folgende Grundsätze sollten Kinder und Jugendliche kennen:

  • Aufpassen bei neuen Kontakten: Unbekannten im Internet solltest du misstrauisch und vorsichtig begegnen: Du weißt nie, wer sich wirklich hinter einem Profil verbirgt!
  • Privatsphäre schützen: In deinem Profil und in Chats mit Fremden solltest du möglichst wenig über dein Privatleben verraten und sparsam mit Bildern und Videos umgehen. Achte auch auf Datenschutz- und Privatsphäre-Einstellungen: Nicht jeder im Internet sollte die Inhalte sehen können, die du mit Freundinnen und Freunden teilst.
  • Glaube nicht alles: Wenn jemand die gleichen Hobbys hat, in derselben Stadt wohnt, dieselbe Musik hört und im selben Jahr geboren wurde wie du, sind das vielleicht zu viele Zufälle auf einmal. Denk daran: Du kannst nicht überprüfen, was dir jemand im Internet schreibt. Auch wenn dein Chatpartner kaum etwas von sich erzählt und dir viele Fragen stellt, solltest du misstrauisch werden.
  • Halte unangenehme Gespräche/Situationen nicht aus: Wenn die Gesprächsthemen unangenehm werden oder es ständig sexuelle Anspielungen gibt: Sichere Beweise in Form von Screenshots und blockiere den Kontakt. Du musst dich dafür vor niemandem rechtfertigen.
  • Nutze dein Umfeld: Du weißt selbst sicher am besten, wer Personen sind, denen du vertraust und mit denen du gut sprechen kannst. Wenn du in einer Situation bist oder warst, die du als unangenehm empfindest bzw. empfunden hast, sprich zum Beispiel mit deinen Eltern darüber. Auch wenn du dir unsicher bist, ob sich jemand normal verhält, oder du ein ungutes Bauchgefühl hast, kann es helfen, mit jemandem über die Situation zu sprechen!
  • Schäme dich nicht: Es muss dir nicht peinlich sein, über unangenehme Situationen im Netz zu sprechen. Dich trifft keine Schuld, auch wenn dir das dein Chatpartner einreden will!

Das Gesetz schützt dich: Niemand darf dich im Internet belästigen. Das ist strafbar. Wenn du möchtest, kannst du mit deinen Eltern bei der Polizei Anzeige erstatten.

Wie man Cybergrooming durchschaut, zeigt Handysektor: www.handysektor.de

Unter folgendem Link findest du den Themenbereich Cybergrooming bei klicksafe: www.klicksafe.de

weiterer hilfreicher Link:
beauftragter-missbrauch.de/praevention

Bist du selbst betroffen?

Dann steht dir das ZEBRA-Team zur Seite. Du kannst deine Frage einfach und anonym in das Fragefeld auf der ZEBRA-Startseite eingeben. Wenn du in einer akuten Notlage steckst, wende dich an die Telefonseelsorge unter 0800 111 0 111 oder an die Polizei unter 110.

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